Raumbeobachtung
Observation territoriale
Raumbeobachtung bezeichnet die systematische Erfassung, Analyse und Bewertung räumlicher Entwicklungen und Strukturen. Sie dient dazu, Veränderungen in unterschiedlichen Bereichen wie Bevölkerung, Wirtschaft, Siedlungsentwicklung, Verkehr, Umwelt oder Flächennutzung kontinuierlich zu beobachten und planerisch auszuwerten. Ziel ist es, eine fundierte Grundlage für politische Entscheidungen sowie für die Raumordnung, Regionalentwicklung und Fachplanung bereitzustellen.
Die Raumbeobachtung umfasst insbesondere:
  • die Erhebung und Auswertung statistischer und geographischer Daten
  •  die Analyse räumlicher Disparitäten und Entwicklungstrends
  • die Erstellung von Indikatoren, Karten und Prognosen
  • die Beobachtung von demographischen, wirtschaftlichen und ökologischen Veränderungen
  • die Unterstützung von Planungs- und Entscheidungsprozessen auf verschiedenen Verwaltungsebenen

Raumbeobachtung ist damit ein wesentliches Instrument der evidenzbasierten Raumplanung und dient der frühzeitigen Identifikation von Entwicklungsbedarfen und Nutzungskonflikten.
Die Raumbeobachtung ist im deutschen Planungssystem eng mit dem Raumordnungsgesetz (ROG) verbunden. Das ROG verpflichtet Bund und Länder dazu, die räumliche Entwicklung des Bundesgebietes fortlaufend zu beobachten und zu bewerten. Die Raumbeobachtung dient insbesondere der Vorbereitung und Fortschreibung raumordnerischer Leitbilder und Planungen.
Auf Bundesebene wird die Raumbeobachtung vor allem durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) durchgeführt. Dieses erhebt und analysiert Daten zu räumlichen Entwicklungen in Deutschland und veröffentlicht regelmäßig Berichte, Indikatoren und Kartenwerke zur Raum- und Stadtentwicklung.
Auch die Länder und Regionalverbände betreiben eigene Systeme der Raumbeobachtung im Rahmen ihrer Landes- und Regionalplanung.
In Frankreich existiert kein unmittelbar gleichlautender Begriff, jedoch bestehen vergleichbare Instrumente der territorialen Beobachtung unter der Bezeichnung observation territoriale oder observatoires territoriaux.
Diese dienen ebenfalls der Analyse räumlicher Entwicklungen und unterstützen die territoriale Planung sowie politische Entscheidungsprozesse. Die Beobachtung territorialer Entwicklungen erfolgt insbesondere in den Bereichen:
  • Siedlungs- und Stadtentwicklung
  • Wirtschaft und Beschäftigung
  • Mobilität und Infrastruktur
  • Umwelt und Flächennutzung
  • Demographie und soziale Entwicklung

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich vor allem aus dem Code de l'urbanisme sowie aus den Zuständigkeiten der Regionen, Départements, Metropolen und interkommunalen Zusammenschlüsse.
Eine wichtige Rolle spielen staatliche Einrichtungen wie das Institut national de la statistique et des études économiques (INSEE) sowie regionale und lokale observatoires territoriaux, die Daten für die Raum- und Entwicklungsplanung bereitstellen.
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