Gesundheit

Der verbesserte Zugang zur Gesundheitsversorgung in unserem Gebiet ist ein zentrales Anliegen des Eurodistrict SaarMoselle, was sich in seinem Engagement in der grenzüberschreitenden Gesundheitskooperation zeigt.

Die grenzüberschreitende Gesundheitskooperation auf dem Gebiet des Eurodistricts SaarMoselle profitiert seit den 2000er Jahren von einem positiven Umfeld. Dies ist einerseits auf die Entstehung von Rechtsgrundlagen (deutsch-französisches Rahmenabkommen vom 22. Juli 2005 über die grenzüberschreitende Gesundheitskooperation und seine entsprechende Verwaltungsvereinbarung vom 9. März 2006) und andererseits auf erste Kooperationen zurückzuführen:
  • 2008: Vereinbarung über das grenzüberschreitende Rettungswesen zwischen Lothringen und dem Saarland
  • 2013: Grenzüberschreitende Kooperationsvereinbarung im Bereich Kardiologie zwischen den SHG-Kliniken Völklingen und dem Krankenhaus CHIC Unisanté in Forbach
  • 2014: Vereinbarung zur Krankenpflegeausbildung zwischen den Krankenhauseinrichtungen in Sarreguemines und den SHG-Kliniken Völklingen, infolge einer 2008 begonnenen Zusammenarbeit
  • 2019: Convention MOSAR, Kooperationsvereinbarung über den Zugang zur wohnortnahen grenzüberschreitenden Gesundheitsleistungen für Einwohner*innen des Grenzraums entsprechend dem festgestellten Bedarf, und Zusatzprotokoll über den Zugang zur neurochirurgischen Versorgung in Saarbrücken
     
Durch die MOSAR-Vereinbarung und das GeKo-Projekt (2020-2022) wurde die Gesundheitskooperation im Raum SaarMoselle weiter strukturiert und vertieft. Auf Grund der Koordination des Patiententransfers in der ersten Welle der Covid 19-Pandemie und der Einrichtung des deutsch-französischen Testzentrums an der Goldenen Bremm im März 2021 während der 2. Welle wurde der Raum SaarMoselle sogar zu einer Modellregion für grenzüberschreitendes Krisenmanagement.
Parallel zur Strukturierung und Vertiefung der örtlichen Gesundheitszusammenarbeit durch die Einrichtung neuer Kooperationen verfolgt der Eurodistrict SaarMoselle auch eine umfassendere Strategie im Hinblick auf einen besseren grenzenlosen Zugang zu Gesundheitsleistungen für die Bevölkerung der Region. Bei der Versammlung des EVTZ Eurodistrict SaarMoselle am 17. November 2021 haben die politisch Verantwortlichen der Gemeinden und Gemeindeverbände im Eurodistrict einstimmig eine Entschließung zur Schaffung eines MOSAR-KORRIDORS verabschiedet, d. h. einer grenzüberschreitenden Zone für Gesundheitsversorgung zwischen dem Saarland und dem Département Moselle.
Dazu mobilisiert der Eurodistrict SaarMoselle derzeit alle Akteure des Gebiets, um das in der Experimentierklausel in Artikel 13 des Aachener Vertrags von 2019 verankerte Recht gegenüber dem französischen und deutschen Staat einzufordern, und bemüht sich um die Unterstützung der Europäischen Union.