Mobilität bezeichnet die räumliche Beweglichkeit von Personen, Gütern und Informationen sowie die Möglichkeit, unterschiedliche Orte zur Ausübung von Arbeit, Bildung, Versorgung, Freizeit und sozialen Aktivitäten zu erreichen. Im Kontext der Raumplanung und Wirtschaft umfasst Mobilität sowohl die tatsächlichen Verkehrsbewegungen als auch die infrastrukturellen, organisatorischen und politischen Voraussetzungen für deren Durchführung.
Mobilität stellt einen zentralen Bestandteil der
Daseinsvorsorge und der territorialen Entwicklung dar. Sie beeinflusst die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die Erreichbarkeit von Arbeits- und Dienstleistungsstandorten sowie die soziale und territoriale Kohäsion. In der Raumplanung dient Mobilität insbesondere der Verknüpfung von Siedlungsentwicklung, Verkehrsinfrastruktur und Umweltzielen.
Unterschieden wird unter anderem zwischen:
- Personenmobilität und Gütermobilität
- individueller und kollektiver Mobilität
- motorisierter und nichtmotorisierter Mobilität
- lokaler, regionaler, nationaler und grenzüberschreitender Mobilität
Zunehmend gewinnt der Begriff der
nachhaltigen Mobilität an Bedeutung. Dieser verfolgt das Ziel, Mobilitätsbedürfnisse unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Anforderungen zu erfüllen. Hierzu zählen insbesondere die Förderung des öffentlichen Verkehrs, des Fuß- und Radverkehrs, intermodaler Verkehrssysteme sowie die Reduzierung verkehrsbedingter Emissionen.
Der juristische Rahmen in Deutschland ergibt sich aus verschiedenen Rechtsbereichen, insbesondere dem
Raumordnungsgesetz (ROG), dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG), dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG), dem Bundesfernstraßengesetz (FStrG) sowie den Landesmobilitäts- und Nahverkehrsgesetzen.
Auf europäischer Ebene spielen zudem die
transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-V) sowie klima- und verkehrspolitische Strategien der Europäischen Union eine wichtige Rolle. Zunehmend orientieren sich deutsche Städte an dem Konzept des
Sustainable Urban Mobility Plan (SUMP), das von der Europäischen Union gefördert wird.
In diesem Zusammenhang entwickelt die Landeshauptstadt Saarbrücken
ihren Verkehrsentwicklungsplan zu einem „Mobilitätsplan Saarbrücken 2040“ weiter, der sich an den Prinzipien nachhaltiger urbaner Mobilitätsplanung orientiert.
In Frankreich entspricht der Begriff
mobilité ebenfalls einem umfassenden Verständnis räumlicher Beweglichkeit von Personen und Gütern. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Organisation nachhaltiger Verkehrssysteme im Rahmen der Raumordnung und Stadtentwicklung.
Der französische Rechtsrahmen wurde insbesondere durch die
Loi d'orientation des mobilités (LOM) von 2019 reformiert. Diese stärkt die Zuständigkeiten der collectivités territoriales im Bereich Mobilitätsplanung und fördert nachhaltige sowie multimodale Verkehrslösungen. Die früheren plans de déplacements urbains (PDU) wurden dabei in
plans de mobilité (PDM) überführt. Diese Planungsinstrumente dienen der Organisation von Personen- und Güterverkehr, der Verkehrssteuerung sowie der Förderung umweltverträglicher Mobilitätsformen. Zuständige Akteure sind insbesondere die
autorités organisatrices de la mobilité (AOM), die für Planung und Organisation öffentlicher Mobilitätsangebote verantwortlich sind. Das
staatliche Fachzentrum Cerema führt hierzu
ein nationales Observatorium der französischen Mobilitätspläne.
Die deutschen und französischen Ansätze verfolgen vergleichbare Ziele hinsichtlich Erreichbarkeit, nachhaltiger Verkehrsentwicklung und territorialer Kohäsion. Unterschiede bestehen insbesondere in der institutionellen Organisation und Kompetenzverteilung zwischen Staat, Regionen und interkommunalen Strukturen.