Die
Landschaftsplanung ist ein Fachplanungsinstrument des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Sie dient dazu, die Ziele des Naturschutzes räumlich zu konkretisieren sowie Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft darzustellen.
Die Landschaftsplanung erfasst den Zustand von Natur und Landschaft, bewertet ökologische Funktionen und entwickelt
Zielvorstellungen für eine nachhaltige räumliche Entwicklung. Sie bildet eine fachliche Grundlage für andere Planungen, insbesondere für die Raumordnung, die Bauleitplanung, Infrastrukturvorhaben sowie Fachplanungen im Umweltbereich.
Zu den zentralen Aufgaben der Landschaftsplanung gehören insbesondere:
- die Analyse und Bewertung von Naturhaushalt und Landschaftsbild
- die Sicherung biologischer Vielfalt
- der Schutz von Böden, Wasser, Klima und Arten
- die Entwicklung von Biotopverbundsystemen
- die Vermeidung und Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft
- die Erhaltung und Entwicklung von Erholungsräumen
Die Landschaftsplanung erfolgt in Deutschland auf mehreren Ebenen:
- Landschaftsprogramme auf Landesebene
- Landschaftsrahmenpläne auf regionaler Ebene
- Landschaftspläne auf kommunaler Ebene
- Grünordnungspläne für Teilräume oder konkrete Vorhaben
Der juristische Rahmen ergibt sich insbesondere aus den §§ 8 bis 12 des
Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG). Ergänzend bestehen
landesrechtliche Regelungen der Bundesländer. Die Landschaftsplanung ist eng mit dem
Raumordnungsrecht sowie dem
Baugesetzbuch (BauGB) verknüpft. Sie besitzt überwiegend vorbereitenden und fachgutachterlichen Charakter, entfaltet jedoch
mittelbar Bindungswirkung über nachfolgende Planungs- und Genehmigungsverfahren.
In Frankreich existiert kein vollständig identisches Planungssystem. Funktional vergleichbar ist die
planification paysagère im Rahmen des
Code de l'environnement sowie des
Code de l'urbanisme. Landschaftsbezogene Zielsetzungen werden dort stärker in die allgemeine Raum- und Stadtplanung integriert und weniger als eigenständiges Fachplanungsinstrument organisiert.
Wichtige französische Instrumente mit vergleichbarer Funktion sind insbesondere:
- les atlas de paysages
- les plans de paysage
- les schémas régionaux d'aménagement, de développement durable et d'égalité des territoires (SRADDET)
- die landschaftsbezogenen Bestandteile der documents d'urbanisme, insbesondere der schémas de cohérence territoriale (SCoT) und der plans locaux d'urbanisme (PLU)
Die französische planification paysagère verfolgt ebenfalls Ziele des Landschaftsschutzes, der nachhaltigen Entwicklung und der räumlichen Steuerung. Im Unterschied zur deutschen Landschaftsplanung ist sie jedoch stärker in die allgemeine Stadtentwicklungs- und Raumplanung eingebunden und weniger als eigenständige Naturschutzplanung ausgestaltet.