Gebietskategorien
Catégories territoriales
Gebietskategorien bezeichnen in der Raumplanung und Raumentwicklung systematische Einteilungen von Flächen oder Räumen nach bestimmten funktionalen, rechtlichen oder strukturellen Kriterien. Sie dienen dazu, unterschiedliche Nutzungsansprüche zu ordnen, planerische Zielsetzungen zu konkretisieren und die räumliche Entwicklung zu steuern.
Gebietskategorien können sich insbesondere unterscheiden nach:
  • der Art der Nutzung (z. B. Siedlungsflächen, Verkehrsflächen, Freiräume)
  • der planerischen Zielsetzung (z. B. Vorrang-, Vorbehalts- oder Eignungsgebiete)
  • dem Schutzstatus (z. B. Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete)
  • der funktionalen Bedeutung (z. B. zentrale Orte, Verdichtungsräume, ländliche Räume)
     
Im Rahmen der Raumordnung werden Gebietskategorien insbesondere in überörtlichen Plänen festgelegt, etwa in Landesentwicklungsplänen oder Regionalplänen. Sie dienen dort der Steuerung großräumiger Entwicklungen, beispielsweise durch die Festlegung von Vorranggebieten für bestimmte Nutzungen wie Windenergie, Landwirtschaft oder Naturschutz.
Auf kommunaler Ebene finden sich Gebietskategorien vor allem in der Bauleitplanung wieder. Im Flächennutzungsplan werden die beabsichtigten Nutzungen der Flächen in Grundzügen dargestellt (z. B. Wohnbauflächen, Gewerbeflächen, Grünflächen). Der Bebauungsplan konkretisiert diese Differenzierung rechtsverbindlich durch die Festsetzung von Baugebieten.
Der juristische Rahmen in Deutschland ergibt sich insbesondere aus dem Baugesetzbuch (BauGB) sowie aus der Baunutzungsverordnung (BauNVO), die verschiedene Baugebietstypen definiert (z. B. allgemeine Wohngebiete, Mischgebiete, Gewerbegebiete). Ergänzend regeln das Raumordnungsgesetz (ROG) sowie die Landesplanungsgesetze die Festlegung von Gebietskategorien auf überörtlicher Ebene.
In Frankreich existiert kein vollständig deckungsgleiches System von Gebietskategorien, jedoch vergleichbare funktionale Differenzierungen im Rahmen der Raum- und Bauleitplanung. Eine zentrale Rolle spielt der plan local d'urbanisme (PLU), der das Gemeindegebiet in verschiedene Zonen unterteilt:
  • zones urbaines (U)
  • zones à urbaniser (AU)
  • zones agricoles (A)
  • zones naturelles et forestières (N)
    Diese Zonierung hat verbindlichen Charakter für die Bodennutzung.

Darüber hinaus bestehen auf überörtlicher Ebene Instrumente wie das schéma de cohérence territoriale (SCoT), das strategische Entwicklungsziele festlegt und ebenfalls mit räumlichen Differenzierungen arbeitet, jedoch weniger parzellenscharf ist als der PLU.
Der juristische Rahmen in Frankreich ergibt sich insbesondere aus dem Code de l'urbanisme. Umweltbezogene Gebietskategorien (z. B. Schutzgebiete) sind zusätzlich im Code de l'environnement geregelt.
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