Gesundheit

Am Mittwoch, dem 13. Mai 2026, trat die Arbeitsgruppe „Gesundheitskorridor im deutsch-französischen Grenzraum“ erstmalig in Sarreguemines zusammen. In den Räumen des Gemeindeverbands Sarreguemines trafen sich Repräsentanten der deutschen Bundes- und Landesebene mit ihren französischen Amtskollegen und Fachvertretern von Krankenkassen und Leistungserbringern beiderseits der Grenze. Auch die regionale Gesundheitsbehörde ARS und grenzüberschreitende Einrichtungen wie die fünf Eurodistrikte SaarMoselle, PAMINA, Strasbourg-Ortenau und der trinationale Eurodistrict Basel, das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz und das trinationale Kompetenzzentrum TRISAN saßen mit am Tisch.
Ziel dieser Arbeitsgruppe ist die Prüfung der Voraussetzungen für einen erleichterten Zugang zur Gesundheitsversorgung der Grenzregionbewohner*innen im Nachbarland. Die Freizügigkeit im Gesundheitssektor ist zwar innerhalb der Europäischen Union grundsätzlich gewährleistet, doch aufgrund der Unterschiedlichkeit der nationalen Gesundheitssysteme wird diese nach wie vor durch zahlreiche administrative wie praktische Hemmnisse erschwert. Angesichts gemeinsamer Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, der wachsenden Nachfrage nach Gesundheitsleistungen und dem Fachkräftemangel auf beiden Seiten der Grenze ist die Entwicklung grenzüberschreitender, wohnortnaher Lösungen umso dringlicher.Nachdem der deutsch-französische Ministerrat die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung im vergangenen Jahr in seinem Aktionsplan als Priorität festlegte, nimmt sich der Ausschuss für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (AGZ) nun dieses Themas an und möchte im Dialog mit allen beteiligten Akteuren Lösungen finden. Der AGZ wurde infolge des Vertrags von Aachen von 2019 eingesetzt und befasst sich mit strukturellen Schwierigkeiten entlang der deutsch-französischen Grenze.Unter Einbindung aller Akteure beider Länder auf nationaler wie föderaler und regionaler Ebene soll Europa ein Stück mehr zusammenwachsen.

Die Einrichtung der Arbeitsgruppe „Gesundheitskorridor“ geht zurück auf eine Initiative des Eurodistricts SaarMoselle, der die grenzüberschreitende Gesundheitskooperation auf seinem Gebiet seit längerer Zeit aktiv vorantreibt. In der Folge der MOSAR-Vereinbarung konnten in diesem Zusammenhang mehrere bilaterale Kooperationsprojekte eingerichtet werden, zum Beispiel im Bereich Kardiologie, Neurochirurgie und Nuklearmedizin. Der Eurodistrict SaarMoselle ist Berichterstatter und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheitskorridor, die von allen fünf Eurodistrikten entlang der deutsch-französischen Grenze nachdrücklich unterstützt wird. Gemeinsam streben sie eine spürbare Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Grenzregionen an, die den Erwartungen und Realitäten der Bewohner*innen entspricht und somit deren Lebensqualität nachhaltig stärkt.Die Arbeitsgruppe wird im Laufe des Jahres mehrmals zusammentreten, um Empfehlungen zur praktischen Umsetzung eines vereinfachten grenzüberschreitenden Zugangs auszuarbeiten.

