Unités paysagères

Die Unités paysagères bezeichnen in Frankreich homogene Landschaftseinheiten, die nach natürlichen Kriterien (Relief, Hydrologie, Vegetation), kulturellen Kriterien (Gestaltungen, landwirtschaftliche Formen, Kulturerbe) und visuellen Kriterien (Wahrnehmung, Horizont, visuelle Kontinuitäten) identifiziert werden. Sie dienen dazu, das Territorium zu beschreiben, zu analysieren und zu bewirtschaften, unter Berücksichtigung seiner landschaftlichen Besonderheiten.

Die Ziele der Unités paysagères sind:

  • die Planung und Raumentwicklung unter Einbeziehung der landschaftlichen Dimension zu erleichtern
  • die Erhaltung und Aufwertung der Landschaften zu steuern
  • die nachhaltige Nutzung natürlicher und kultureller Ressourcen zu unterstützen

Die Unités paysagères werden hauptsächlich verwendet in:

  • Schémas de Cohérence Territoriale (SCoT): Sie dienen dazu, die Urbanisierung und Infrastruktur zu steuern und gleichzeitig die Besonderheiten der Landschaft zu respektieren
  • Plans Locaux d'Urbanisme (PLU/PLUi): Sie helfen, die Nutzungsregeln und zu schützenden Gebiete aufgrund ihres landschaftlichen Wertes festzulegen
  • SRADDET: Regionale Leitlinien berücksichtigen die Unités paysagères, um die territoriale Kohärenz, den Schutz der Biodiversität und die Bewirtschaftung natürlicher Räume zu gewährleisten

Das Konzept der Unités paysagères wird auch verwendet für die Erstellung von Landschaftsplänen, den Schémas Régionaux de Cohérence Écologique (SRCE) und für Maßnahmen zum Schutz klassifizierter Landschaften und Stätten.

In Deutschland ist das vergleichbare Konzept die Landschaftseinheiten oder Landschaftsräume, die nach natürlichen, morphologischen und kulturellen Kriterien definiert werden.

Sie dienen dazu:

  • die Landschaften auf regionaler Ebene zu analysieren und zu bewirtschaften
  • die Raumplanung und den Landschaftsschutz in regionalen und kommunalen Bebauungsplänen zu steuern
  • die Natur- und Nachhaltigkeitspolitik zu unterstützen
     

Ein bemerkenswerter Unterschied liegt in der rechtlichen Verankerung: In Frankreich sind die Unités paysagères in die territorialen Planungsdokumente integriert und können eine verbindliche Rolle in den SCoT und PLU spielen, während sie in Deutschland hauptsächlich als Analyse- und Managementinstrumente der Länder dienen, mit einem eher indirekten Bezug zu lokalen Planungsinstrumenten.

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