Désartificialisation des sols
Der Begriff „désartificialisation des sols“ (Entsiegelung der Böden) bezeichnet Maßnahmen, durch die künstlich überformte oder versiegelte Böden teilweise oder vollständig wieder in einen natürlichen oder naturnahen Zustand zurückgeführt werden. Ziel ist es, die ökologischen, hydrologischen und klimatischen Funktionen des Bodens wiederherzustellen.

Zu den Maßnahmen der Entsiegelung gehören beispielsweise:
  • der Rückbau von Gebäuden oder Infrastrukturen,
  • die Entfernung versiegelter Oberflächen wie Asphalt oder Beton,
  • die Wiederherstellung durchlässiger Böden und Vegetationsflächen,
  • die ökologische Aufwertung ehemals bebauter Flächen.
     
Die Désartificialisation spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Politik der „Zéro artificialisation nette (ZAN)“, da sie dazu beiträgt, neu geschaffene künstliche Flächen durch Renaturierungsmaßnahmen auszugleichen.

Der politische und rechtliche Rahmen für diese Politik wurde insbesondere durch das Loi Climat et Résilience du 22 août 2021 geschaffen. Dieses Gesetz integriert das Ziel der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme in zentrale Planungsinstrumente der Raumordnung und Stadtplanung, insbesondere in den Schéma de cohérence territoriale (SCoT), den Plan local d'urbanisme (PLU) und den Plan local d'urbanisme intercommunal (PLUi). Diese Planungsinstrumente müssen die nationalen Ziele zur Begrenzung der Bodenversiegelung berücksichtigen und entsprechende Strategien zur Reduzierung und Kompensation von Flächenverbrauch festlegen.

Es gibt kein direktes Pendant zum Konzept der désartificialisation des sols in Deutschland. Vergleichbare Maßnahmen werden im Rahmen der Renaturation und der Bodenentsiegelung umgesetzt, häufig über kommunale Bebauungspläne, Bauleitpläne, Regionalpläne sowie die Naturschutz- und Landschaftsgesetzgebung.

Die Flächeninanspruchnahme für Wohngebiete, wirtschaftliche Aktivitäten und Verkehrsinfrastruktur wird durch diese Instrumente gesteuert, wobei Strategien wie Innenverdichtung, Wiederverwendung von Brachflächen und die Integration durchlässiger Böden und Grünflächen verfolgt werden.

Im Gegensatz zu Frankreich gibt es kein einheitliches nationales Ziel zur Netto-Reduzierung der Bodenversiegelung, und diese Maßnahmen sind oft freiwillig oder projektbezogen.

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