Das Schéma Régional d'Aménagement, de Développement Durable et d'Égalité des Territoires (SRADDET) ist ein strategisches Planungsdokument auf regionaler Ebene, das mittel- und langfristige Ziele für die Raumordnung, die nachhaltige Entwicklung sowie die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse festlegt, in der Regel für einen Zeitraum von zehn bis zwanzig Jahren.
Der SRADDET ersetzt und integriert mehrere frühere sektorale Fachplanungen, wie das Schéma Régional de Cohérence Écologique (SRCE), das Schéma Régional Climat Air Énergie (SRCAE), das Schéma Régional des Infrastructures et des Transports (SRIT), das Schéma Régional de l'Intermodalité (SRI) sowie den Plan Régional de Prévention et de Gestion des Déchets (PRPGD).
Dieses Dokument hat sowohl eine integrierende als auch eine verbindliche Funktion. Es legt Ziele und Regeln fest, die von lokalen Planungsdokumenten eingehalten werden müssen, insbesondere von den Schémas de Cohérence Territoriale (SCoT), den Plans Locaux d'Urbanisme (PLU/PLUi), den cartes communales, den Klima-Luft-Energie-Plänen sowie den Charten regionaler Naturparks.
Der SRADDET behandelt zahlreiche Themenbereiche, insbesondere die Gleichwertigkeit und das Gleichgewicht der Teilräume sowie die Anbindung ländlicher Gebiete, Wohnen und Siedlungsentwicklung, den sparsamen Umgang mit Flächen und die Begrenzung der Flächenversiegelung, Mobilität und Intermodalität, regionale Infrastrukturen, die Energiewende und den Klimaschutz, den Schutz und die Wiederherstellung der Biodiversität, die Abfallvermeidung und -bewirtschaftung sowie die Luftqualität und die Kontrolle von Umweltverschmutzung.
Der Erarbeitungsprozess des SRADDET wird vom Regionalrat gesteuert. Nach Konsultation und Abstimmung mit dem Staat, den betroffenen Gebietskörperschaften, interkommunalen Zusammenschlüssen und den Kammern wird der SRADDET einer öffentlichen Anhörung sowie einer Umweltprüfung unterzogen, bevor er durch einen Präfekturerlass genehmigt wird.
Der SRADDET wurde im Rahmen des NOTRe-Gesetzes geschaffen. Rechtlich stützt er sich auf den Code général des collectivités territoriales.
Er bildet einen übergeordneten Rahmen für die regionale Planung, mit dem die SCoT und andere lokale Planungsdokumente kompatibel sein müssen.
In Deutschland existiert kein direktes Äquivalent zum SRADDET. Die Bundesländer legen ihre raumordnerischen Entwicklungsziele über den Landesentwicklungsplan (LEP) sowie den Regionalplan fest, die vergleichbare Leitlinien auf regionaler und interkommunaler Ebene definieren. Die lokalen Planungsinstrumente, insbesondere der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan, müssen sich an diesen übergeordneten Plänen orientieren.
Auf der französischen Seite des grenzüberschreitenden Raums Saar-Moselle gilt der SRADDET Grand Est, der den SCoT des Arrondissements Sarreguemines sowie den SCoT Val de Rosselle umfasst. Er bildet den übergeordneten strategischen Rahmen für die Planung und interkommunale Koordination, indem er Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialpolitiken auf regionaler Ebene integriert.