Der
Schéma de Cohérence Territoriale (SCoT) ist ein interkommunales strategisches französisches Planungsdokument, das auf der Ebene eines großen Einzugsgebiets die grundlegenden Leitlinien für die Raumordnung und die langfristige Entwicklung eines Gebiets, etwa über einen Zeitraum von 20 Jahren, festlegt.
Der SCoT wurde durch das Gesetz zur Solidarität und zur städtischen Erneuerung (SRU) von 2000 geschaffen und ist ein zentrales Instrument zur Konzeption und Umsetzung eines gemeinsam von den Kommunen getragenes Territoriales Entwicklungsprojekt.
Er hat zum Ziel, die Kohärenz der sektoralen öffentlichen Politiken sicherzustellen, insbesondere in den Bereichen:
- Städtebau und Raumordnung
- Wohnungswesen
- Mobilität und Verkehr
- wirtschaftliche und kommerzielle Entwicklung
- Umwelt, Biodiversität, Energie und Klima
Der SCoT ermöglicht somit, städtische Entwicklung, wirtschaftliche Attraktivität und den Schutz natürlicher, landwirtschaftlicher und forstlicher Räume in einer Logik der nachhaltigen Entwicklung und des territorialen Gleichgewichts in Einklang zu bringen.
Er wird auf interkommunaler Ebene erarbeitet (EPCI, syndicat mixte, pôle d'équilibre territorial, usw.) und beruht auf einem Beteiligungsprozess, der öffentliche Akteure und die Bevölkerung einbezieht.
Seit seiner Modernisierung im Jahr 2020 gliedert sich der SCoT hauptsächlich in zwei Dokumente:
- das Projet d'Aménagement Stratégique (PAS), das die politische und zukunftsgerichtete Vision des Gebiets ausdrückt
- das Document d'Orientation et d'Objectifs (DOO), das verbindliche Leitlinien festlegt und die öffentlichen Politiken steuert
Der SCoT ist im
Code de l'urbanisme definiert. Er ist Teil einer Normenhierarchie und spielt eine vermittelnde Rolle zwischen:
- strategischen Planungsdokumenten höherer Ebene (insbesondere dem SRADDET)
- lokalen Bauleitplänen (PLU, PLUi, cartes communales)
Die lokalen Dokumente müssen mit dem SCoT vereinbar sein, was ihm eine erhebliche rechtliche Wirkung verleiht, auch wenn er nicht direkt die Nutzung einzelner Grundstücke regelt.
In Abwesenheit eines SCoT gelten bestimmte restriktive Regelungen, insbesondere das Prinzip der begrenzten Urbanisierung, das die Erschließung neuer Bauflächen einschränkt.
Jüngste Reformen haben die Rolle des SCoT insbesondere in folgenden Bereichen gestärkt:
- ökologische und energetische Transformation
- Bekämpfung der Flächenversiegelung (ZAN)
- Anpassung an den Klimawandel
Es gibt kein direktes Pendant zum SCoT in Deutschland, da seine Funktionen (strategische Koordination, Abstimmung sektoraler Politiken und interkommunale Planung) auf mehrere Planungsinstrumente verteilt sind, innerhalb eines hierarchischen Systems, das von den Ländern strukturiert wird.
Die am nächsten liegenden Instrumente sind:
- der Regionalplan, der die räumlichen Leitlinien auf regionaler Ebene festlegt
- der Landesentwicklungsplan (LEP), der die Entwicklungsziele auf Landesebene definiert
Auf lokaler Ebene müssen die deutschen Planungsdokumente, insbesondere der
Flächennutzungsplan und der
Bebauungsplan, mit den Zielen dieser übergeordneten Pläne
vereinbar sein.
Im grenzüberschreitenden Raum Saar-Moselle gibt es derzeit zwei gültige Schéma de Cohérence Territoriale (SCoT) auf französischer Seite:
- der SCoT des Arrondissements Sarreguemines
- der SCoT des Val de Rosselle.