Der Begriff
Abschluss nach europäischem Qualifikationsrahmen bezeichnet einen formalen Bildungsabschluss, der einem bestimmten Niveau des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) zugeordnet ist. Der EQR ist ein europaweites Referenzsystem, das Qualifikationen anhand von Lernergebnissen beschreibt und in acht Niveaustufen einordnet.
Diese Niveaustufen basieren auf drei zentralen Kategorien:
- Kenntnisse (theoretisches und/oder faktisches Wissen)
- Fertigkeiten (kognitive und praktische Fähigkeiten)
- Kompetenzen (Selbstständigkeit und Verantwortung)
Ein Abschluss, der einem EQR-Niveau zugeordnet ist, ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit von Qualifikationen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Dadurch wird insbesondere die Mobilität von Arbeitskräften sowie der Zugang zu Bildung und Beschäftigung im europäischen Binnenmarkt erleichtert.
Der juristische Rahmen des Europäischen Qualifikationsrahmens wurde durch die Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen geschaffen und 2017 überarbeitet (Empfehlung 2017/C 189/03).
In Deutschland erfolgt die Umsetzung über den
Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR), der Qualifikationen des deutschen Bildungssystems den EQR-Niveaus zuordnet. Relevante Rechtsgrundlagen für die zugrunde liegenden Abschlüsse sind insbesondere das Berufsbildungsgesetz (BBiG), die Handwerksordnung (HwO) sowie die Hochschulgesetze und Schulgesetze der Länder.
Das französische Pendant ist der
Cadre national des certifications professionnelles, der Qualifikationen des französischen Bildungssystems den EQR-Niveaus zuordnet; die rechtlichen Grundlagen ergeben sich insbesondere aus der Loi n° 2018-771 du 5 septembre 2018 sowie aus Bestimmungen im Code de l'éducation und im Code du travail.
Im grenzüberschreitenden Kontext zwischen dem Saarland und der Region Moselle ist die Bezugnahme auf den Europäischen Qualifikationsrahmen ein wichtiges Instrument zur Unterstützung der Vergleichbarkeit von Berufsabschlüssen. Programme und Initiativen der Europäischen Union, insbesondere im Rahmen der Arbeitsmobilität (z. B. EURES) sowie der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (z. B. INTERREG), tragen dazu bei, Transparenz über Qualifikationen zu schaffen und den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.