Eine
Zone d'Aménagement Commercial (ZACom) ist ein Gebiet, das im Rahmen der territorialen Planungsdokumente, insbesondere der
Schémas de Cohérence Territoriale (SCoT), festgelegt wird, um die Entwicklung von Handelsaktivitäten zu steuern.
Sie ermöglicht es den öffentlichen Gebietskörperschaften, die Ansiedlung von Handelsflächen zu lokalisieren, zu organisieren und zu regulieren, wobei Ziele der Raumplanung, der städtebaulichen Qualität, des Umweltschutzes und der wirtschaftlichen Kohärenz berücksichtigt werden.
Im französischen Recht sind diese Zonen Teil der Instrumente der Handelsplanung, die im
Code de l'urbanisme und im
Code de commerce verankert sind, insbesondere durch Regelungen zur Handelsplanung und zu Genehmigungen für den Betrieb von Handelsflächen.
Sie stellen keine operative Entwicklungszone (wie eine
ZAC im klassischen Sinne) dar, sondern vielmehr ein strategisches Planungsinstrument auf interkommunaler oder regionaler Ebene.
Diese Zonen folgen einer Logik der Regulierung der Handelsurbanisierung, insbesondere um die Zersiedelung großer Einzelhandelsflächen zu begrenzen und eine ausgewogene territoriale Entwicklung zu fördern.
Die ZACom verfolgen insbesondere folgende Ziele:
- die Ansiedlung von Geschäften entsprechend der städtebaulichen Struktur zu organisieren,
- eine übermäßige Konzentration von Einzelhandel in peripheren Lagen zu vermeiden,
- Stadtzentren und die lokale Handelsdynamik zu erhalten,
- Umweltwirkungen der städtischen Zersiedelung zu reduzieren,
- eine Kohärenz zwischen Stadtplanung, Mobilität und wirtschaftlicher Entwicklung sicherzustellen.
In Deutschland gibt es kein unmittelbar vergleichbares rechtliches Instrument zu den französischen ZACom. Dennoch ähneln einige Instrumente der deutschen Raumplanung diesem Ansatz:
- die Bauleitplanung (kommunale Bauleitplanung),
- die Kerngebiete und Sondergebiete Einzelhandel (in Bebauungsplänen festgelegte Gebiete für Handelsnutzungen),
- das Prinzip der Zentralörtliche Versorgung, das die Verteilung von Einzelhandel entsprechend einer Hierarchie von Zentren und Versorgungsfunktionen strukturiert.
In Frankreich sind die ZACom in eine interkommunale und strategische Handelsplanungslogik (SCoT) eingebettet.
In Deutschland erfolgt die Steuerung stärker über das lokale Baurecht (
Bebauungsplan) sowie über das Prinzip der zentralörtlichen Gliederung, ohne ein ebenso stark formalisiertes nationales System der Handelszonierung.