Die
trame écologique bezeichnet ein Netzwerk aus natürlichen, halbnatürlichen oder speziellen Gebieten, die miteinander verbunden sind, um das
funktionierende Ökosystem und die
Bewegung der Arten zu sichern. Sie zielt darauf ab, die Fragmentierung von Lebensräumen zu verringern, die durch Urbanisierung, Infrastruktur oder andere menschliche Aktivitäten verursacht wird.
Die
trame écologique ist ein umfassendes Konzept, das mehrere ergänzende Tramentypen umfasst:
- Trame verte et bleue (TVB): stellt die bekannteste Komponente dar und umfasst
- Biodiversitätsreservoire (artenreiche Gebiete)
- Ökologische Korridore (Verbindungen zwischen diesen Gebieten)
- Aquatische Kontinuitäten (Flüsse und Feuchtgebiete)
- Trame brune: konzentriert sich auf den Boden und zielt darauf ab, die Bodenkontinuitäten zu erhalten, die für die Bodenbiodiversität und die damit verbundenen ökologischen Funktionen notwendig sind
- Trame noire: betrifft nachtaktive ökologische Kontinuitäten, die es den nachtaktiven Arten ermöglichen, sich bei geringer Lichtbelastung zu bewegen und die Auswirkungen der Lichtverschmutzung zu begrenzen
- Weitere Trames (z. B. trame turquoise): identifizieren andere ökologische Kontinuitäten, die durch die vorherigen Netze nicht abgedeckt werden, um maximalen Schutz und Vernetzung der Ökosysteme zu gewährleisten
Die
trame écologique ist im
Code de l'environnement verankert und geht auf die
Grenelle-Gesetze für die Umwelt zurück (Grenelle I 2009 und Grenelle II 2010).
Die Umsetzung der
trame écologique erfolgt auf mehreren Ebenen. Auf regionaler Ebene wurde sie ursprünglich in den
Schémas Régionaux de Cohérence Écologique (SRCE) definiert, die heute im
SRADDET integriert sind. Auf lokaler Ebene müssen Planungsdokumente wie
SCoT und
PLU die ökologischen Kontinuitäten erkennen und berücksichtigen.
Darüber hinaus müssen Bau- oder Entwicklungsprojekte die Sequenz
„vermeiden – verringern – kompensieren“ einhalten, die im Umweltrecht vorgesehen ist, um ihre Auswirkungen auf die Biodiversität zu begrenzen.
In Deutschland entspricht die
trame écologique in etwa dem
Biotopverbund, definiert im
Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).
Dieses Gesetz sieht die Einrichtung eines kohärenten Netzwerks natürlicher Lebensräume vor und legt Ziele für die Entwicklung dieses Netzes auf nationaler Ebene fest. Die Umsetzung liegt hauptsächlich bei den
Ländern, die diese Ziele in ihren Naturschutzpolitiken und Planungsinstrumenten umsetzen.
Ein wichtiger Unterschied liegt in der Verbindung zur Raumordnung: In Frankreich ist die Trame verte et bleue explizit in die Planungsdokumente integriert, wodurch ein direkter Bezug zur Stadt- und Raumplanung besteht. In Deutschland gehört der Biotopverbund vorrangig zum Naturschutzrecht, und seine Integration in lokale Planungsdokumente erfolgt eher indirekt.