Das
Programme d'Aménagement et de Développement Durable (PADD) ist das zentrale strategische Element der räumlichen Planungsdokumente in Frankreich, insbesondere des
Schéma de Cohérence Territoriale (SCoT) und des
Plan Local d'Urbanisme (PLU bzw. PLUi). Es legt die grundlegenden politischen Leitlinien sowie die Entwicklungsziele eines Territoriums für die mittel- und langfristige Entwicklung fest.
Das PADD formuliert die übergeordnete Vision der Gebietskörperschaft für die Entwicklung ihres Territoriums und bestimmt die Grundsätze, die die räumliche Entwicklung, die Urbanisierung sowie den Schutz von Natur-, Landwirtschafts- und Landschaftsräumen leiten sollen. Es dient als Referenzrahmen für alle weiteren Bestandteile des jeweiligen Planungsdokuments.
Das PADD legt insbesondere fest:
- die Leitlinien der städtebaulichen Entwicklung und der räumlichen Verteilung des Wohnungsbaus,
- die Grundsätze der Organisation von Mobilität und Verkehr,
- die Ziele der wirtschaftlichen Entwicklung und der territorialen Attraktivität,
- den Schutz von Natur-, Landwirtschafts- und Waldflächen,
- die Ziele der ökologischen Transformation, der Ressourcenbewirtschaftung und der Begrenzung der Zersiedelung,
- das Gleichgewicht zwischen städtebaulicher Entwicklung, Lebensqualität und Umweltschutz.
Das PADD besitzt keine unmittelbar verbindliche Wirkung für die Genehmigung von Bauvorhaben. Es legt jedoch den strategischen Rahmen fest, mit dem die übrigen Bestandteile des PLU oder des SCoT übereinstimmen beziehungsweise kompatibel sein müssen. Es bildet somit die politische und programmatische Grundlage für die detaillierten städtebaulichen Regelungen, die anschließend in Vorschriften, Zonierungen oder oder planerischen Entwicklungsleitlinien konkretisiert werden.
Das PADD ist Gegenstand einer verpflichtenden Debatte im Gemeinderat beziehungsweise im zuständigen beschlussfassenden Organ der verantwortlichen öffentlichen Einrichtung, bevor der Entwurf des jeweiligen Planungsdokuments beschlossen wird. Diese Debatte dient dazu, die grundlegenden Leitlinien des territorialen Entwicklungsprojekts festzulegen und deren politische Legitimation sicherzustellen.
Das PADD ist im
Code de l'urbanisme verankert und steht im Zusammenhang mit den Reformen, die insbesondere durch das Gesetz über Solidarität und Stadterneuerung (Loi relative à la solidarité et au renouvellement urbains – Loi SRU) eingeführt wurden. Dieses Gesetz hat die strategische und nachhaltige Dimension der räumlichen Planung in Frankreich deutlich gestärkt.
In Deutschland existiert kein einzelnes direktes Pendant zum PADD. Die strategischen Leitlinien der territorialen Entwicklung werden in der Regel durch mehrere Planungsinstrumente festgelegt. Der
Flächennutzungsplan bestimmt die grundlegenden Bodennutzungen auf kommunaler Ebene, während strategische, rechtlich nicht verbindliche Konzepte wie
städtebauliche Entwicklungskonzepte oder
integrierte Stadtentwicklungskonzepte (ISEK) Ziele der städtebaulichen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung definieren. Im Gegensatz zum PADD sind diese Dokumente jedoch nicht zwingend integraler Bestandteil eines rechtlich verbindlichen Bauleitplanungsdokuments, sondern dienen vor allem als strategische Grundlage für Planung und kommunale Politik.