Die armature urbaine ist kein formales rechtliches Zonierungssystem, sondern ein
strategisches und analytisches Konzept der Raumplanung, das in Dokumenten wie SCoT, regionalen Entwicklungsplänen oder anderen Planungsunterlagen verwendet wird.
Ziele sind insbesondere:
- die räumliche Entwicklung ausgewogen zu gestalten
- bestehende Zentren zu stärken
- den Zugang zu Dienstleistungen und Einrichtungen zu organisieren
- die Zersiedelung zu begrenzen
- Stadtplanung, Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung zu koordinieren
In Deutschland ist die armature urbaine bedingt mit dem Prinzip der
Zentralen Orte vergleichbar. Beide Ansätze arbeiten mit einer Hierarchie von Zentren und verfolgen das Ziel einer ausgewogenen Raumstruktur.
Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass die armature urbaine ein
strategisch-konzeptioneller Ansatz ist, der die funktionalen Beziehungen und Netzwerke zwischen Städten in den Vordergrund stellt, während das System der Zentralen Orte ein
normativ-planerisches Instrument der Raumordnung darstellt. Letzteres legt verbindlicher fest, welche Funktionen bestimmte Zentren (Ober-, Mittel-, Grundzentren) übernehmen sollen, insbesondere im Hinblick auf die Daseinsvorsorge.