Biogasanlage
(„Centre de Valorisation Biologique par Méthanisation")
im Rahmen des Projektes
„Energieregion Warndt-Rosseltal"
I. Projektträger: SYDEME Syndicat Mixte de Transport et de Traitement des Déchets Ménagers de Moselle-Est.
II. Vorstellung des Projektes
Projektbeschreibung
Aufgabe von Sydeme (öffentliche Einrichtung eines Gemeindezweckverbands) ist der Transport sowie die Behandlung und Verwertung von Hausmüll und vergleichbaren Abfällen, welche in seinem Einzugsbereich von interkommunalen Einrichtungen eingesammelt werden, welche sich in der Gemeindekooperation zusammengeschlossen haben. Dazu gehören 14 interkommunale Einrichtungen, auf die sich 290 Kommunen verteilen.
Sydeme hat beschlossen, einen speziellen Aktivitätsbereich für die Verwertung des fermentierbaren Anteils am Hausmüll einzurichten, wobei die Bioabfälle vor Ort eingesammelt werden und mittels Methanbildung[1] biologisch verwertet werden. Die Biogasanlage (Centre de Valorisation Biologique par Méthanisation) wird auf dem Bann der Gemeinde Morsbach errichtet. Diese Anlage erlaubt eine Biogasverwertung durch Kraft-Wärme-Kopplung und in Form von Biotreibstoff, ebenso auch die Rückkehr des Komposts in den Boden als organischer Bodenverbesserer.
Die Entscheidung für die Methanbildung wird in erster Linie durch die Effizienz des Verfahrens und die damit einhergehende Kosteneinsparung bestimmt. Die Methanbildung bietet eine neue Möglichkeit, die fermentierbaren Abfälle (Typ Kompost) oder Restmüll zu behandeln, und löst somit das Problem der Geruchsbelästigung, aber auch das Problem der möglichen Verschmutzung.
Die untenstehende Tabelle listet die charakteristischen Größen des Projekts auf.
| Verarbeitungskapazität: 42 000 Tonnen/Jahr, davon: 37 000 t/Jahr Bioabfall 5 000 t/Jahr Grünabfall | |
| Biogas | Geschätzte Herstellung von Biogas: 5 545 000 Nm3/Jahr |
| Verwertung des Biogases | Verwertung in Form von Elektrizität: 10 860 MWh/Jahr Interne thermische Verwertung: 6 410 MWh/Jahr Mögliche externe thermische Verwertung: 6 010 MWh/Jahr Verwertung in Form von Biogas für Fahrzeuge: 400 000 Nm3/Jahr |
| Kompost | Menge an Kompost: 6 550 Tonnen/Jahr Qualität des Komposts: gemäß der frz. Norm NFU 44-051 |
| Standort der Anlage | Fläche des Standorts: 3,2 ha |
| Gebäude und Wege | Gebäudefläche: 6 600 m² Wegfläche: 8 750 m² |
| Berücksichtigung der Umwelt | Die gesamte Aktivität am Standort findet in geschlossenen Gebäuden mit Unterdruck statt. Die entzogene Luft wird mittels folgender Desodorierungsanlagen behandelt: - - Säurewäsche - - geschlossener Biofilter - - Dispersion durch 15 m hohen Schornstein Garantierte Leistungen: Ausstoß von 600 GEE/m3 nach Behandlung entspricht nach Dispersion einem Wert von „null Geruch" an der Grundstücksgrenze |
2. Vorstellung der Komponenten des Projekts
Sydeme übernimmt das Verfahren der Methanbildung Kompogas auf Vorschlag des Firmenverbandes Vinci Environnement / Sogea Est / Chanzy-Pardoux bei der Realisierung einer Biogasanlage mit einer maximalen Kapazität von 42 000 t/Jahr fermentierbarer, getrennt eingesammelter Abfälle, davon 5 000 t/Jahr Grünabfälle.
Das Projekt der Methanbildung sieht die Aufbereitung eines Teils des Biogases in Form von Biotreibstoff vor, mit dem Fahrzeuge an einer Tankstelle aufgetankt werden können.
Die Biogasanlage kann sich aus verschiedenen Modulen zusammensetzen, die nach ihrer Hauptfunktion bezeichnet werden:
- Modul 1: Anfahrt, Kontrolle und Wiegen der Abfälle,
- Modul 2: Annahme und Lagerung der Abfälle,
- Modul 3: Sortierung der Abfälle,
- Modul 4: Methanbildung,
- Modul 5: Kompostierung (Reifungsprozesse) der Biomasse,
- Modul 6: Lagerung des Komposts,
- Modul 7: Lagerung, Reinigung und Verwertung des Biogases,
- Modul 8: Management und Behandlung der Abluft der Anlage,
- Modul 9: Management und Behandlung der Abwässer der Anlage,
- Modul 10: Management der Nebenprodukte der Anlage,
- Modul 11: Steuerungskontrolle der Anlage.
Die Verwertung des Biogases geschieht am Standort:
- in thermischer und elektrischer Form (Einheiten zur Kraft-Wärme-Kopplung),
- in Form von Biotreibstoff (Tankstelle für Biogas für Fahrzeuge).
Im thermischen und elektrischen Bereich wird ein Verbrennungsmotor in Containerbauweise mit einem Wechselstromgenerator gekoppelt, welcher Strom mit 400 V Spannung erzeugt, der an die EDF verkauft wird. Ein Wärmeübertrager im Kühlkreislauf ermöglicht es, Wasser von 85°C zu erzeugen, welches für das Verfahren der Methanbildung notwendig ist, ebenso auch für die Heizung der Arbeits- und Verwaltungsräume sowie für das Warmwasser im Sanitärbereich.
Bezüglich der Verwertung in Form von Biotreibstoff plant Sydeme, seine Fahrzeuge, mit denen die Abfälle transportiert werden, mit Biotreibstoff aus dem Biogas der Biogasanlage zu versorgen. Das Projekt umfasst eine Biogasreinigungsanlage sowie eine Kompressorstation und Tankstelle. Falls die Kapazität der Biogasverwertung über dem Eigenverbrauch des Sydeme liegt, können andere Fahrzeugflotten mit dem Biogas betankt werden (Busse, Hausmüllfahrzeuge, Servicefahrzeuge...).
Was die Geruchsemissionen der Methangasanlage betrifft, so werden diese aufgefangen und behandelt, um jegliche Geruchsbelästigung der Anwohner zu vermeiden.
Zeitplan für die Durchführung: die Anlage sollte im Laufe des zweiten Halbjahres 2009 den operationellen Betrieb aufnehmen.
III. Projektziele und Interesse für die Agglomeration
Die Methanbildung ist eine Art der Behandlung organischer Abfälle (oder Bioabfälle), die sich in einem großen Aufschwung befindet. Sie besitzt Vorteile unter Umwelt- und wirtschaftlichen Aspekten und ergänzt die klassischen Arten der Behandlung. Die Preissteigerung für Energie und der Kampf gegen den Treibhauseffekt geben der Technik der Methanbildung neuen Aufschwung.
Die geografische Lage der zukünftigen Biogasanlage ist für die Agglomeration von Vorteil. Die Biogasanlage wird auf dem ehemaligen Gelände der Kohlengruben des Lothringer Beckens errichtet und trägt somit zur Wiedernutzung der Industriebrachen bei.
Des Weiteren gehört dieses Projekt, das Bedeutung für die gesamte Agglomeration besitzt, in den Rahmen der umfassenden Initiative „Energieregion Warndt-Rosseltal", an der auch eine große Zahl saarländischer Partner beteiligt ist. Diese gemeinsame Initiative, bei der Partner aus dem Moselland und dem Saarland zusammenarbeiten, sieht nicht nur vor, ein Leitbild für diesen Raum zu schaffen, sondern auch Projekte und Kompetenzen im Sektor Biomasse und erneuerbare Energie zu vernetzen. Aufgrund dieser Tatsache entsteht ein Beitrag zur Entwicklung einer realen grenzüberschreitenden Kompetenz für dauerhafte, regionale Strukturen der Energieproduktion.
Die Synergieeffekte, die zwischen der zukünftigen Biogasanlage und den anderen, sie ergänzenden, technischen Einrichtungen auf saarländischer Seite entstehen, tragen somit beträchtlich zur Stärkung der regionalen Identität und einer wirklich europäischen Ausstrahlung bei.
Darüber hinaus ist vorgesehen, dass die Biogasanlage in der vorgeschlagenen Konfiguration für den Betrieb allein insgesamt 13 Personen beschäftigt.
[1] Die Methanbildung ist ein biologischer durch Bakterien verursachter Zersetzungsprozess organischer Masse, der in Abwesenheit von Sauerstoff in erster Linie gewisse Bestandteile in zwei Kohlenstoffverbindungen spaltet: CO2 bzw. Kohlendioxid und CH4 bzw. Methangas.




