Die Zukunft der Grenzregion

 

 

Am 8. Februar 2008 trafen sich im saarländischen Göttelborn 300 interessierte Bürgerinnen und Bürger, um den „Eurodistrikt mitzugestalten!". Eingeladen hatte der Verein Zukunft SaarMoselle Avenir im Rahmen der Eurodistrikt-Initiative, die von der EU gefördert wird. Ziel der intensiven Beteiligung war es, Rückmeldungen zum Leitbildentwurf der Region SaarMoselle sowie zum aktuellen Stand der Diskussion zur Gründung des Eurodistrikts zu bekommen.

 

Die Teilnehmer waren zum größten Teil Kommunalpolitiker aus der gesamten Region SaarMoselle sowie Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft. In einer TED Befragung zu Beginn der Veranstaltung wurde deutlich, dass unter ihnen ein starkes Interesse an einem Engagement für die Zukunft der Region SaarMoselle besteht: Über 90 Prozent der Anwesenden gaben an, sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit persönlich zu engagieren. Eine deutliche Mehrheit bezeichnete die Zusammenarbeit in der Region um Saarbrücken als „wichtiger" (45 Prozent) oder zumindest „gleich wichtig" (52 Prozent) wie die Kooperation in der Großregion SaarLorLux. Diese Einschätzung unterstreicht die Ergebnisse der Umfrage im Vorfeld der Veranstaltung. Mehr als 60 % der Befragten gaben an, dass sie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Region rund um Saarbrücken für sehr wichtig halten.

 

Die Bürger/innen sehen ein großes Potential für ihre Region SaarMoselle. Besonders die geographische Lage, die kulturelle Vielfalt und der Wille zur Zusammenarbeit werden als größte Stärken benannt. Die unzureichenden grenzüberschreitenden Strukturen, die noch ausbaufähige Identifizierung der Bürger mit der Region sowie der Rückgang der Sprachkompetenz in der Region werden als größte Schwächen wahrgenommen.

 

Zentraler Teil der Veranstaltung war die Diskussion zum Leitbildentwurf. Der von den Autoren Hans Wirz und Jacques Degermann vorgelegte Entwurf wurde von den Anwesenden bewertet und ergänzt. Die Autoren erhielten so vielfältige Impulse der Bürgerinnen und Bürger, die in die weiteren Arbeiten zum Leitbild einfließen werden. Die Teilleitbilder zum öffentlichen Verkehr, zum Bildungs- und Forschungsnetz, zur neuen Energieregion und zu den großen Arbeitsplatzgebieten waren nach intensiver Beratung an den Tischen bereits mehrheitsfähig. Die Wünsche und Ideen der Teilnehmer lassen sich gut in diese Teilleitbilder integrieren und illustrieren sie mit konkreten Anregungen zur Umsetzung. Bei den übrigen Teilleitbildern besteht noch größerer Diskussionsbedarf.

 

In den Diskussionsbeiträgen der Teilnehmer wurde auffällig häufig die Zweisprachigkeit der Region als ausgesprochen wichtig und förderungswürdig hervorgehoben. Ebenfalls deutlich war darüber hinaus der Wunsch, die Identität und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Region SaarMoselle zu stärken, eine (politische) Struktur der Zusammenarbeit aufzubauen sowie die Herausforderungen des wirtschaftlichen Strukturwandels und der Mobilität und Flexibilität der Bürger/innen in ihrer Region SaarMoselle zu meistern.

 

 



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