Eurodistrict Saarmoselle
 

Zone mit grenzüberschreitendem Zugang zu Gesundheitsleistungen

In den vergangenen Monaten wurden Überlegungen zur Verstärkung der Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich in mehreren grenzüberschreitenden Räumen der Großregion und insbesondere im Eurodistrict SaarMoselle angestellt.

Anlässlich der Abschlussveranstaltung zum Projekt Interreg IVA SANTRANSFOR, im Rahmen dessen diese Überlegungen stattfanden, erinnerten Peter Gillo, Präsident des Eurodistricts, Céleste Lett, Bürgermeister von Sarreguemines und Abgeordneter der französischen Nationalversammlung und Dr. Francis Claussner, beide ebenfalls Mitglieder der Versammlung des EVTZ, erneut daran, dass die Einrichtung einer Zone mit grenzüberschreitendem Zugang zu Gesundheitsleistungen (ZOAST) für das Gebiet des Eurodistricts sehr wichtig ist, und ließen die verschiedenen Schritte der Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich im Gebiet SaarMoselle Revue passieren.

 

Die Einrichtung einer ZOAST muss in erster Linie dem Bedarf der im Grenzgebiet ansässigen Patienten an nahegelegenen Behandlungsmöglichkeiten entsprechen, es aber auch ermöglichen, das Krankenhauspflegeangebot im Grenzgebiet für alle nutzbar zu machen, um die Möglichkeiten im Bereich der Gesundheitsdienste, die den Bewohnern des Gebiets zur Verfügung stehen, auszuweiten.

Die ZOAST könnte außerdem die Attraktivität des Gebiets in puncto Gesundheit für Patienten und Gesundheitsdienstleister erhöhen und so auf die Probleme reagieren, die sich aus einer unzureichenden medizinischen Infrastruktur ergeben. Zudem ließe sich durch sie der Austausch bewährter Praktiken unter den betreffenden Akteuren fördern.

Ganz allgemein würde die ZOAST den territorialen Zusammenhalt fördern und einen weiteren Schritt hin zu dessen grenzüberschreitendem Ausbau darstellen.

 

Für die Einrichtung einer solchen Zone ließe sich auf mehrere in den vergangenen Jahren bereits umgesetzte Kooperationen im Gesundheitsbereich zurückgreifen.

 

2008 wurde eine Vereinbarung über das grenzüberschreitende Rettungswesen geschlossen, welche den medizinischen Rettungsdiensten die Überquerung der Grenze für Einsätze im grenznahen Nachbarland im Rahmen der Erstversorgung ermöglicht, um durch schnellere medizinische Notfallhilfe die Hilfsfrist zu reduzieren. Seit 2013 ermöglicht eine Vereinbarung, französische Herzinfarktpatienten im Zuständigkeitsbereich des Rettungsdienstes Forbach auch im Herzzentrum Saar der SHG-Kliniken Völklingen zu behandeln.

Hierzu zählen auch die Kooperationsvereinbarungen zwischen den Krankenpflegeschulen, u. a. die zwischen dem IFSI in Sarreguemines und der SHG Völklingen.

 

In Anbetracht dieser Sachlage haben die gewählten Vertreter des Eurodistricts SaarMoselle am 18. März einstimmig eine Resolution zur Einrichtung einer ZOAST verabschiedet.

Seitdem haben die Vertreter des Eurodistricts mehrfach interveniert, um die Einrichtung einer Zone mit grenzüberschreitendem Zugang zu Gesundheitsleistungen zu unterstützen, u. a. durch eine Pressekonferenz, Kontakte der Bürgermeister und Abgeordneten Lett und Kalinowski mit dem französischen Minister für Soziales und Gesundheit, ein Schreiben an die deutsche Regierung und eine Anfrage von Laurent Kalinowski an die französische Regierung bei einer Sitzung der Assemblée Nationale.

 

Bei der deutsch-französischen Pressekonferenz am 7. Juli in Metz erhielt der Eurodistrict von den Staatsministern für Europa, Harlem Désir auf der französischen und Michael Roth auf der deutschen Seite, eine erste Antwort auf seine Anfrage. Bei dieser Konferenz unterzeichneten die französischen und deutschen Regierungsvertreter eine gemeinsame Erklärung, in der sie eine Kooperationsvereinbarung für den Raum SaarMoselle für den kommenden Herbst ankündigten.